Wissenswertes aus der Imkerei

 

Die 3 Bienenwesen

Die Varroamilbe

Imkerei im Jahreskreis

Geschichte der Imkerei

Honigwein

Aktuelles aus meiner Imkerei

Bienenwachs

Neues über Honig, Propolis u.a.

 

Aktuelle Nachrichten aus aller Welt

 

Warum gibt in Österreich immer weniger Bienen?

 

 

Die 3 Bienenwesen

Ein Bienenvolk besteht aus

  • Der Bienenkönigin
  • Den Arbeitsbienen
  • Dem Wabenbau
  • Dem Futtervorrat

 

Die Königin ist das einzige eierlegende Weibchen im Bienenvolk. Sie geht aus einem begatteten Ei hervor. Die Entwicklungszeit der Königin vom Ei bis zum Schlüpfen beträgt 16 bis 17 Tage. 3 Tage Ei, 6 Tage Made, 7 bis 8 Tage Umwandlung bis zum Schlüpfen der Jungkönigin. Sie wird während ihrer Brunft, günstige Witterungsverhältnisse vorausgesetzt, bei ihrem ersten Ausflug  von bis zu zwanzig Drohnen begattet. Die Nachkommen von einer Königin sind untereinander Halbgeschwister. Die Königin kann ein Alter bis zu 6 Jahren erreichen. Junge Bienenköniginnen können bis zu 2.500 Eier pro Tag legen. Durch Aussenden von Botenstoffen, sog. Pheromonen „lenkt“ eine Königin das Leben im Bienenvolk. Eine „alte“ Königin verliert langsam diese Eigenschaften, deshalb wird sie von ihrem Volk oder vom Imker ausgetauscht.

Die Drohnen sind die Männchen im Bienenvolk. Im Gegensatz zu den Arbeiterinnen haben die keinen Stachel, sind größer und plumper als diese und sindleicht an den großen, zusammenliegenden Facettenaugen zu erkennen. Sie gehen aus unbesamten Eiern hervor, haben also keinen Vater und sind daher Halbwesen. Die Entwicklung des Drohns währt am längsten, nämlich 24 Tage, und zwar 3 Tage Eistadium, 6 Tage Made und 15 Tage Umwandlung. Drohnen werden - vom Ei an gerechnet - um den 35. Tag geschlechtsreif. Darauf ist bei der Königinnenzucht grundsätzlich zu achten! Drohnen erscheinen in den Völkern von etwa Mitte April bis Ende August. Von weiselrichtigen Völkern werden sie Ende des Sommers aus den Völkern verdrängt - "Drohnenschlacht." Sie überwintern daher unter normalen Verhältnissen nicht, sie wären nur unnötige Verbraucher des Winterfutters. Der Zweck der Drohnen ist, jungfräuliche Königinnen zu begatten. Diese Aufgabe können sie nur einmal erfüllen, weil sich dabei ein Teil ihres Geschlechtsapparates von ihnen trennt, nämlich im Geschlechtsvorhof der Königin zurückbleibt - Begattungszeichen. Daher gehen die Drohnen beim Begattungsakt zugrunde. Die Begattungszone nennt man "Drohnensammelplatz", an dem sich die brünftigen Drohnen einer Gegend sammeln. Die Königinnen fliegen dorthin und werden im Flug von den kräftigsten und schnellsten Drohnen begattet.

Die Arbeitsbiene oder Arbeiterin ist das Produkt von Königin und Drohn; sie geht aus einem befruchtetem Ei hervor. Ihre Entwicklung währt 21 Tage. Die Entwicklung vom Ei bis zur schlüpfenden Biene währt etwa 21 Tage, und zwar 3 Tage Ei, 6 bis 7 Tage Made 11 bis 12 Tage Umwandlung zum fertigen Insekt. Die Arbeitsbienen haben sämtliche Arbeiten zu besorgen, wie das Säubern der Zellen, die Pflege der Königin, das Ernähren und Erwärmen der Brut, die Wachserzeugung und den Zellenbau, das Säubern und Lüften der Behausung des Volkes, den Wachdienst vor dem Flugloch, das Verteidigen des Volkes gegen Feinde und das Sammeln von Pollen, Nektar, Wasser und Kittharz. Bei den Arbeiterinnen unterscheiden wir Sommer- und Winterbienen. Sommerbienen erreichen ein Alter von höchstens 6 Wochen, Winterbienen werden hingegen 6 bis 8 Monate alt. Während der Hochentwicklung birgt ein Volk bis zu 60.000 Bienen, wintersüber etwa 8000 bis 12.000.


Die Arbeitsbienen leben in den Sommermonaten nur 4-8 Wochen, dann sind sie abgearbeitet:
Nach dem Schlüpfen haben sie ihre Zelle zu putzen – wie ordentlich! Anschließend sind sie bereits zur Fütterung der älteren Larven mit dem „klaren Futtersaft“ - bestehend und Nektar und Pollen- befähigt. Wenn nach einigen Tagen ihre Futterdrüsen aktiviert sind, haben sie die jüngeren Larven, bzw. die Weiselzellen mit dem „weißen Futtersaft“ zu versorgen. In der Folge nehmen sie bereits Nektar von den Honigsammmelbienen entgegen, versetzen ihn mit Drüsensekreten und lagern ihn in Zellen. Nektar wird einige Male umgetragen und durch Reduktion des Wassergehaltes zu Honig eingedickt. Wenn die Wachsdrüsen nach wenigen Tagen aktiviert sind, schwitzen sie zwischen Hinterleibsringen kleine Wachsplättchen aus und bauen die Zellen. Nach kurzer Zeit ist die Giftdrüse aktiviert und die Bienen können Wächterdienste am Flugloch übernehmen, ehe sie als Sammelbiene eingesetzt werden. Wenn sie dann abgearbeitet sind, taugen sie noch wenige Tage als Wasserträger, ehe sie außerhalb des Bienenvolkes absterben.

Bienenschwärme bezeichnet man als die ungeschlechtliche  Vermehrung der Bienenvölker. Wenn eine Königin (Weisel) alt ist, und deshalb nur mehr geringe Duftstoffe = Pheromone aussendet, oder wenn im Bienenvolk Platzmangel herrscht, werden von den Bienen Weiselzellen angesetzt, in denen Jungköniginnen herangezogen werden. Weisellarven und Königinnen werden mit Gelee Royale, Honig vermischt mit Pollen und einem speziellen Drüsensekret der Jungbienen, alles zusammen ist der eiweißreiche "weisse Futtersaft," gefüttert. Vor dem Schlüpfen dieser Jungköniginnen „schwärmt“ die Altkönigin mit den Altbienen und gründet mit Ihnen ein neues Bienenvolk. In der Regel tötet die erste geschlüpfte Jungkönigin die anderen noch in ihren Weiselzellen. Es kommt aber auch vor, dass sich gleichzeitig geschlüpfte Jungköniginnen einen Kampf liefern, die stärkere überlebt. Wenn eine oder mehrere Jungköniginnen dem Schwesternmorden entgehen und mit einem Teil der verbliebenen Bienen abschwärmen, nennt man es Nach- oder Jungfernschwärme. Mehrere solcher Schwärme können ein Bienenvolk so gewaltig schwächen, dass der Imker von diesem Volk keinen Honigertrag mehr hat. Jungköniginnen fliegen zur Begattung nur 1 x aus, und erhalten von zehn bis zwanzig Drohnen so viele Spermien, dass sie dadurch bis zu 6 Jahre begattete Eier legen können.  Aus den besamten Eiern entstehen Arbeiterinnen und bei Bedarf Königinnen, aus unbegatteten Eiern Drohnen. Bei der Eilage misst die Königin mit ihren Vorderbeinen den Zellendurchmesser ab, in die größeren Drohnenzellen, werden die unbesamten Eier gelegt. Eine gute Königin kann infolge der Fütterung mit Gelee Royale  täglich bis zu 2500 Eier legen, das Gewicht derselben übertrifft ihr eigenes Körpergewicht.

 


Imkerei im Jahreskreis

Ein Bienenjahr beginnt im Herbst, wenn die Bienenvölker nach der letzten Honigentnahme für den Winter aufgefüttert werden und die „Winterbienen“ bilden. Diese Bienen haben eine stärkere Eiweißschicht aufgebaut und müssen keine Arbeiten im Bienenvolk übernehmen. (Bild: Bienenvölker im Winter)
Dadurch leben sie bis zu 7-8 Monate. Im Winter zieht sich das Bienenvolk in den Wabengassen zu einer „Wintertraube“ zusammen.

 In  der geschützten, warmen Mitte  hält sich die Bienenkönigin auf. Durch Muskelzittern erzeugen die Bienen im Winter eine Temperatur bis zu 34 Grad.  Im Frühjahr werden als erstes die Haseln, Erlen, Weiden und Pappeln angeflogen, mit deren  Pollen und Nektar werden die neu entstandenen Jungbienen gefüttert.

Ab Februar/März, von der Aussentemperatur abhängig, nimmt die Anzahl der Bienen stark zu. Haben ca. 10.000 Individuen im Bienenvolk überwintert, steigt die Volkstärke bis Mai auf ca. 60.000. Zu dieser Zeit legt die Bienenkönigin am Tag bis zu 2.500 Eier. Dazu wird sie auch ununterbrochen mit dem Weiselfuttersaft gefüttert.

In den folgenden 3 Monaten nützen die Bienen die Trachtangebote ihres Flugbereiches. Unter "Tracht" versteht der Imker verstärktes Nektarangebot in der Natur. Wenn der Honigraum gefüllt wurde und der Honig gereift ist, also die Waben vollständig verdeckelt wurden, kann der Honig geerntet werden. Die leeren Waben können wieder den Bienenvölkern zugehängt werden. So kann der Imker erkennen, von welchen Blüten der jeweilige Honig kommt. "Reif" ist ein Honig, wenn die Waben ganz oder mehrheitlichnvon den Bienen mit einer konservierenden Wachsschicht überzogen wurde.

Wenige wissen , dass für 1 Kilo Honig die Bienen bis zu 150.000 mal ausfliegen und dabei bis zu 20 Millionen Blüten besuchen müssen. Dabei legen sie bis zu 150.000 Flugkilometer zurück (fast 4 x rund um die Erde). Außerdem sind weitere  ca. 100.000 Flüge erforderlich, um Blütenpollen, Propolis und Wasser einzubringen. Blütenpollen mit Honig vermischt wird den Bienenlarven als Nahrung gefüttert, während Propolis zur Infektionsvorbeugung und zum Abdichten von Ritzen dient. Wasser verwenden die Bienen im Frühjahr, um das von ihnen eingedickte, und dadurch haltbar gemachte Winterfutter zu verdünnen, und im Sommer zur Regulierung der Temperatur im Bienenstock. Wassertröpfchen werden im Bienenstock so platziert, dass es durch Luftfächeln der Bienen verdunstet, somit erzeugen sie Verdunstungskälte.

 


Die Varroamilbe

Die „Geisel“ der heutigen Imkerei. Diese Milbe hatte bis vor 20 Jahren nur die asiatischen Honigbienen befallen und richtete dort keinen nennenswerten Schaden an. Durch unglückliche Umstände gelangte sie in den 1980er Jahren nach Europa und verbreitete sich binnen weniger Jahre nahezu flächendeckend über die europäischen Bienenvölker. Unsere heimischen Bienen erkennen diese Milbe noch nicht als Feind und können ihn nicht bekämpfen. Die Varroamilben sind dunkel- bis hellbraun, oval und ist nur 1,2 mm groß. Sie werden durch Drohnen, die oft weite Strecken zurücklegen und in jedem Bienenvolk willkommen sind, übertragen. Dort schlüpfen die Weibchen unmittelbar vor der Verdeckelung einer Brutzelle zu der werdenden Jungbiene. In der Zelle beginnt diese Milbe sofort mit der Eilage. Von den 5-6 Eiern schlüpft aus dem zweiten ein Männchen, das noch in der Zelle die geschlüpften Weibchen begattet. Die Milben stechen die Bienenlarve mit ihrem Saugrüssel an und ernähren sich von deren Lebenssaft. Dadurch wird die nach ca. 12 Tagen schlüpfende Jungbiene massiv geschwächt. Auch erwachsene Bienen werden von der Milbe angestochen, diese saugen ihre Hämolymphe. Die geschwächte Biene kann den ihr zukommenden Arbeiten nur ungenügend nachkommen und stirbt früher ab. Bei massivem Varroabefall kann das gesamte Bienenvolk eingehen, was leider sehr häufig in den Wintermonaten vorkommt.

Was kann der Imker gegen diese Milbe tun: um das kostbare Lebensmittel Honig nicht zu beeinträchtigen, dürfen nur Maßnahmen gesetzt werden, die keine Rückstände im Honig hinterlassen. In den Sommermonaten werden zuerst Drohnenwaben ausgeschnitten und vernichtet, denn die Milbe befällt vornehmlich die Drohnenlarven wegen ihres höheren Juvenilgehalts. Weiters werden zur Bildung von Jungvölkern Waben mit Arbeiterinnenbrut entnommen. Alle diese Maßnahmen dezimieren den Milbenbefall im Bienenvolk so nachhaltig, dass die Schadschwelle nicht erreicht wird.  Diese Jungvölker sind in der Folge im Aufbau begriffen und bringen im gleichen Jahr keinen Honig mehr ein, der geerntet werden kann. Im Herbst, nach der letzten Honigentnahme können die Bienenvölker zusätzlich mit von der Behörde zugelassenen organischen Säuren behandelt werden. Diese töten die Milben, schädigen aber nicht die Bienen und sind nach wenigen Wochen unter der Nachweisgrenze abgebaut. Als verantwortungsbewusster Imker bringe ich  keine Chemie ins Bienenvolk ein, wie das leider  wiederholt  im Ausland passiert!

 


Geschichte der Imkerei

Die Geschichte der Imkerei: Aus Felszeichnungen der Höhle von Arana, Spanien wissen wir, dass Honig schon in der Steinzeit begehrt war. Damals glaubte man, dass Honig als Tau vom Himmel falle. Seit dem 3. Jtd v. Chr. finden wir in ägyptischen Pharaoinschriften die Biene als Königshieroglyphe,  als Hoheitszeichen unserem Bundesadler vergleichbar. Die Könige der Babylonier, Rimusch von Akkadien (2.500 v. Chr.), später Hammurabi (1700 v. Chr.) opferten dem Sonnengott Honig. Ins "gelobte Land", in dem Milch und Honig fliessen, führte Moses sein Volk, später opferten die Juden die erste Honigernte des Jahres dem Herrn. An über 60 Stellen in der Bibel wird Honig erwähnt, das zeigt seinen hohen Stellenwert. Die historischen Juden kannten auch seine Heilkräfte: Honig und Milch galten als vorzügliche Nahrung für Kleinkinder. Man verwendete Honig gegen Herzbeschwerden, Gicht, Rheuma und als Wundauflage bei Mensch und Tier.

Bei den Griechen war Honig "die liebliche Speise der Götter." Ambrosia, die Götterspeise, die Jugend und Unsterblichkeit verleiht, wurde aus Milch und Honig bereitet. Ambrosia war auch das Salböl der Götterwelt, das die Schönheit des Körpers erhöht und selbst Tote vor Verwesung schützt. Der oberste Gott Zeus wurde von Nymphen mit Honig und Ziegenmilch aufgezogen. Seine Erzieherin war die Honignymphe Melissa. Sie gilt als die Erfinderin des Mets, Zeus selbst war ein Mischkünstler dieses Honigweins. Auch viele andere griechische Götter und Halbgötter werden im Zusammenhang mit Honig genannt. Opfer an die Götter waren oft Früchte, die mit Honig bestrichen waren.

Der berauschende Honigmet wurde früher als „Wein“ bezeichnet, häufig wurde er bei besonderen sakralen Feiern getrunken. Der berühmteste Arzt der Antike, Hippokrates (460-377 v. Chr.), der "Vater der Medizin" nannte Honig seine liebste Medizin: er heilte damit eiternde Wunden und gab ihn bei Fieber. Seine Anhänger, die Hippokratiker kannten mehr als 300 Honigrezepte, 60 davon waren Getränke. Homer (8.Jht.v.Chr), Euripides (5.Jht.v.Chr.) bei den Griechen, Ovid, römischer Dichter zur Zeitenwende und viele andere antike Dichter schilderten die Heil-und Nährkräfte des Honigs. Sehr geschätzt wurde auch der "Sauerhonig", eine Mischung aus Honig, Wasser und Essig, der Wohlbefinden erzeugte. Auch heute wird Honig mit Apfelessig in Wasser gemischt, und als „Lebenselixier“  getrunken.

Die Römer hatten auf ihren Landwirtschaftsbetrieben eigene Imkersklaven, die den Bienenstand betreuten. Gerne wurden Früchte, von Quitten bis zu Oliven in Honig konserviert. Die Ärzte kannten viele Heilgetränke, die mit Honig bereitet wurden. Sie empfahlen, täglich am morgen Honig zu essen, „dann bliebe man sein Leben lang gesund.“ Der hundertjährige Philosoph Demokrit nannte sein Rezept: äußerlich Öl und innerlich Honig. Kaiser Augustus wiederum erhielt den Rat, "wenig Fett, aber viel Honig zu essen."

Weil man die Biene als jungfräulich geboren betrachtete, brachte man sie im frühen Christentum mit Christus, Maria und den hl. Jungfrauen in Verbindung. "Jungfräulich" deshalb, weil man die Bienenkönigin oft als "Bienenkönig" bezeichnete, der ohne Zeugungsakt die Zahl der Bienen vermehren konnte. Nach Matth.3,4 aß Christus selbst nach seiner Auferstehung vor den Augen seiner Jünger Fisch undein Stück Honigwabe. Lange Zeit wurden Milch und Honig am Karsamstag und am Pfingstsamstag gesegnet und Täuflingen gegeben.

Während in den Mittelmeerländern Bienen vor 2000 Jahren häufig schon in Körben gehalten wurden, kannten die Germanen lange Zeit nur die Waldbienennutzung: ganze Sippen "bewirtschafteten" Bäume, in denen sich Bienen niedergelassen hatten. Auch bei ihnen galten die Bienen als besonders rein, weshalb nur Männer Bienenväter sein durften (wegen der allmonatlichen "Unreinheit" der Frau). Honig war bei den Germanen die Götterspeise, von der heiligen "Weltesche" träufelte er zu Boden, die Bienen nährten sich von ihm. Göttervater Odin verdankte ihm sein Leben, seine Kraft und seine Weisheit. Die Priester konnten den Göttern besser dienen, wenn sie vom Honigwein berauscht waren. Welchen Stellenwert Honig und Bienen zu dieser Zeit hatten; ergibt sich aus der Tatsache, dass der Königsmantel von Frankenkönig Childerich ( gest. 481 n. Chr.) mit 300 Bienen aus Gold besetzt war. Sie finden' sich am Krönungsornat Napoleon I. wieder. Honigzins war übrigens eine der ältesten Steuerformen.

Die Wildbienennutzung wurde bei den Germanen streng geregelt: wer ein Bienenvolk im Wald entdeckt hatte, durfte den Baum markieren und hatte damit das alleinige Recht, Honig und Wachs daraus zu ziehen. Die "Zeidler" wie die Imker im Mittelalter hießen und ihre "Zeidelweid", ihre "Bienenbäume", wurden geschützt: "Man soll keine Bienenbäume schwenden, oder sonst der Zeidelweid zu nahend hauen."

In der Nähe von Amstetten, NÖ. liegt in der gleichnamigen Marktgemeinde das Schloss Zeillern, das in seinem Wappen einen Bienenkorb mit drei Bienen zeigt. Dieser Ort wird im Jahr 1140 erstmals urkundlich erwähnt und hieß damals "Zidelaren"; das soviel bedeutet, wie "bei den Zeidlern." Schon 862 wurde der nahe gelegene  Zeitelbach als "Zidelaribach" erwähnt: Kaiser Ludwig der Deutsche bestätigte dem "Kloster Niederalteich,  dass dieses von Karl dem Großen ein Gebiet zwischen Donau, Ybbs und Url übertragen erhalten hatte. Meist wurden mit den landwirtschaftlichen Gütern auch einige "Zeidler" mitübertragen, die wie im Falle Niederaltaich vor allem für den Bedarf des Klosters Wachs zu liefern hatten.

Wie zu ersehen ist, hat die Imkerei in unseren Breiten lange Tradition. Hatten die Römer einst neidisch auf das Gebiet jenseits der Alpen geblickt, in dem der Honig reichlich geflossen sein soll, so hat sich die Situation in den letzten Jahrhunderten grundlegend geändert: durch die industrielle Zuckergewinnung aus Zuckerrohr und Zuckerrübe im 19.Jht. war Honig nicht mehr das alleinige Süßmittel. Viele Wälder wichen Ackerflächen, auf den Monokulturen finden die Bienen kaum Nahrung. Mit den Grundzusammenlegungen sind oft die letzten Weg- und Ackerraine verschwunden. Die verbliebenen Wälder, oft sterile Fichtenkulturen werden penibel durchforstet. Wo sollte sich da noch ein hohler Baum für einen Wildbienenschwarm finden?

Die heimischen Imker garantieren mit ihrer Bienenhaltung den Weiterbestand der Bienen, die seit Jahrmillionen in unseren Breiten heimisch sind. Bienen sind die einzigen Staatenbildenden Insekten, die vor allem zur Blütezeit der wichtigsten Kultur- und Wildpflanzen im Frühjahr in ausreichender Population zur Bestäubung vorhanden sind. Unsere Obstbäume würden wenig bis keine Früchte tragen, Kulturpflanzen wie Raps und Sonnenblumen würden oft unzureichend bestäubt, Wildpflanzen sich ohne Bienenbestäubung. nicht mehr vermehren können. Ohne Bestäubung durch die Bienen würde das heimische Ökosystem verarmen, ihre Flora, und damit die Fauna stark reduziert.

In Österreich wird die Imkerei auch als Hobby betrieben (einem Hobby geht man in seiner Freizeit. nach Lust und Laune nach) - ernstzunehmende Bienenwirtschaft erfordert aber vornehmlich Handeln nach den Bedürfnissen der Bienenvölker und den jeweiligen klimatischen Bedingungen. Imkerei ist ernstzunehmender landwirtschaftlicher Haupt- oder Nebenerwerb.
Imker sind oft Idealisten, denn der Aufwand in der Bienenhaltung ist mit dem Honigertrag selten in Relation zu stellen. Und dennoch freut sich der Bienenvater, wenn er seinen oft hart erarbeiteten, manchmal kärglichen Honigertrag verkauft, um zumindest seine Ausgaben abzudecken. Der heimische Imker spürt den harten Wind der Konkurrenz der Honigbilligimporte aus Übersee. Schmerzlich muss er feststellen, dass der Kunde Honig oft nicht nach Qualitätskriterien, sondern vor allem in Supermärkten Auslandshonig aufgrund des niedrigen Preises kauft. Infolge geschickter Aufmachung ist den Konsumenten oft gar nicht bewusst, dass es sich dabei gar nicht um inländischen Honig handelt, wenn er „in Österreich abgefüllt" wurde.

Es ist ein wichtiges Anliegen der heimischen Imker, diesen Unterschied dem Konsumenten verständlich zu machen.

 

 


Honigwein = Met

Ihnen vielleicht bisher nur bekannt aus dem Kreuzworträtsel oder als Asterix’ Wundertrank.
Honigwein war bei allen alten Kulturen bekannt. Der Weinstock wird erst in der älteren Steinzeit erwähnt, gegorene Honiggetränke wurden mit Sicherheit aber schon viel früher zu Festen und bei Götteropfern getrunken. Dieser berauschende Trunk, der bei den Griechen Nektar und Ambrosia hieß, verlieh den Göttern Unsterblichkeit. Die Altvorderen schrieben ihm stärkende, gesundheits-fördernde, Potenzsteigernde und lebens-verlängernde Wirkung zu. Die Germanen schätzten ihn, weil sie durch ihn Gesundheit, Kraft und Mut zu erlangen glaubten.

Der Naturheilkundler Sebastian Kneipp sagt über Met: „Met tut viel Gutes, er bewirkt einen guten Appetit, fördert die Verdauung, reinigt und stärkt den Magen, schafft ungesunde Stoffe weg, befreit von dem was für den Körper nachteilig ist. Seine Wirkung ist günstig für das Blut, die Säfte, Nieren und Blase, weil er überall reinigt, auflöst und ausleitend wirkt. Für die Alten, so auch für uns ist Met ein Stärkungsmittel. Er erfrischt und kräftigt die Natur und die kann ihn brauchen. Die Germanen erfreuten sich einer außerordentlichen Gesundheit und erreichten ein hohes Alter. Beides, Gesundheit und hohes Alter verdankten sie besonders ihrem Met.“Worauf beruht nun die  Wirkung dieses Göttergetränks: Met enthält alle die wertvollen Inhaltstoffe des Honigs. Darüber hinaus wir durch den im Gärprozess erzeugten Alkohol Propolis aufgenommen, das in dem leicht alkoholischen Getränk in geringen Mengen gelöst seine positive Wirkung im menschlichen Organismus entfalten kann.

Honig wird mit Wasser und Gewürzen - das Mischungsverhältnis und die Ingredienzien sind bestgehütetes Geheimnis, in Imkereien oft über Generationen überliefert - von speziellen Hefen zur Gärung gebracht, reift einige Monate und wird dann in Flaschen abgefüllt. Honigwein ist entweder süß, halbsüß oder trocken, je nachdem, welche und wie viel Honiganteile angesetzt werden. Trockener Met ist dem Wermuts, süßer den Dessertweinen, wie z.B.: Malagawein ähnlich. Getrunken wird er auf ca. 7 Grad gekühlt, am besten in Dessertweingläsern, ev. auch in Stamperln. Met schmeckt köstlich, er eignet sich hervorragend als Apertitiv, oder wird auch vor dem Einschlafen getrunken, denn der in ihm enthaltene Honig beruhigt. Als Longdringbasis kann er z.B. mit Sodawasser oder Fruchtsäften verlängert werden.

Lagern Sie die Metflasche bitte kühl und dunkel, aber auch aufrecht stehend, die im Honig enthaltenen Substanzen könnten Korkgeschmack annehmen.  

Prost!   Gesundheit!


Bienenwachs

Wachs "schwitzen" Jungbienen zwischen den Hinterleibsringen aus speziellen Wachsdrüsen aus. Chemisch gesehen ist Wachs ein Fettsäureester. Sein Schmelzpunkt liegt bei 64 Grad C. Mit dem Wachs bauen die Bienen ihre sechseckigen Zellen zu Waben, wobei für eine Zelle an die hundert Wachsplättchen benötigt werden. Eine Arbeiterinnenzelle hat einen Durchmesser von 5,4mm, davon passen ca. 850 auf einen Quadratdezimeter. Eine Drohnenzelle misst 6,7mm. Die Sechseckform ist die Platz sparendste Form, außerdem die stabilste. Wachs enthält nahezu 100 x mehr Vitamin A (Sehkraft, Haut, Finger- und Fußnägel) als z.B. Rindfleisch. Daher ist das Essen von Wabenhonig pur oder gerührt als „Bienenkuss“ sehr gesund.

Aus Bienenwachs gefertigte Kerzen verströmen einen angenehmen, natürlichen Duft nach Wachs und Honig. Im Gegensatz zu parfumierten Kerzen aus Erdölderivaten ist das Abbrennen von Bienenwachskerzen unbedenklich.

 


Aktuelles aus meiner Imkerei

Das Jahr 2017 war für die Bienenvölker ein Schwieriges: der warme Winter  brachte im Februar vorerst eine starke Entwicklung der Bienenvölker, in den Wochen danach dagegen durch wiederholte Kälteeinbrüche die Völker an den Rand der Belastbarkeit. Die Bienen konnten nicht ausfliegen und für ihre Brut Nektar und Pollen einbringen. Immerhin sammelten sie an den wenigen warmen Tagen auf meinen Obstkulturen, die noch nie gespritzt wurden, unbelasteten Nektar und Blütenpollen. Da viele Bienenvölker infolge des warmen Winters durchgebrütet hatten, konnte sich die Varroamilbe stark vermehren. Normalerweise legt die heimische Carnica-Biene im Winter eine zweimonatige Brutpause ein. Die Milbe schädigte viele Jungbienen, so dass sie früh starben. Viele Bienenvölker entwickelten sich leider sehr langsam, so dass sie zu wenig  Frühjahrshonig einbrachten, um ihn ernten zu können. Freilich hat auch der ungebremte Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft, der trotz dem vorläufigen Verbot vom Einsatz der Saatgutbeizung mit Neonicotinoiden die Bienenvölker belastet, seinen Anteil am Bienensterben. Dieser war im letzten Halbjahr dramatisch: in Österreich starben in manchen Gegenden bis zu 100% der Bienenvölker. Ich brachte immerhin zumindest einen Großteil der Völker durch, weil viele Landwirte in meiner Umgebung mittlerweile auf die Bienen Rücksicht nehmen. Es hat sich nämlich durchgesprochen, dass auch sie durch den Bienenbeflug der Großalternativen Raps und Sonnenblume höhere Erträge erwirtschaften.

Dieses Jahr war ein durchschnittliches Honigjahr, obwohl Aprilfröste vielen Obstbäumen und der Rubinienblüte stark zugesetzt haben. die Sonnenblume wiederum hatte unter anhaltender Trockenheit zu leiden. Trotzdem werde ich meine Honigkunden auch im Frühjahr 2018 wieder  mit "Honig aus meiner Imkerei" versorgen können.

 

 


Neues über Honig, Propolis u.a.

Pressemitteilung unter www.pressetext.de/pte.mc?pte-070522046 abrufbar: PROPOLIS soll gegen das NEUROBLASTOM- eine bösartige Erkrankung des Nervensystems, die vor allem bei Kindern auftritt. eingesetzt werden. Projektleiter ist Dr. Peter Reusch an der Ruhr Universität Bochum www. ruhr-uni-bochum.de/medizin

Honig wird verstärkt auch in der Schulmedizin wieder zur Wundbehandlung eingesetzt: naturbelassenen Honig besitzt - das wußten bereits unsere Vorfahren- keimtötende und heilende Wirkung.

 

Der Wert der Bestäubungtätigkeit durch die Bienen ist 10 bis 100 fach (abhängig von der Gegend)höher als der Honigertrag!    

                      
Echter naturbelassener, nie überhitzter Honig kristallisiert früher oder später! Wann ein Honig kristallisiert, hängt von der Nektarzusammensetzung ab, also den Blüten, von denen die Bienen den Nektar sammelten. Kristallisieren ist ein ganz natürlicher Vorgang und wird oft als „Auszuckern“ bezeichnet. Das hat aber bei "Honig aus meiner Imkerei" nichts mit dem Zusetzen von Zucker zu tun. Denn in dem echtem Bienenhonig aus meiner Imkerei ist kein Stäubchen Zucker enthalten. Gelegentlich kann nach längerer Lagerung sich Honig im Glas in flüssigen und cremigen Bereich  absetzen. Dann haben die Bienen sowohl schnell und langsam kristallisierenden Nektar gesammelt, der sich im Glas wieder abgesetzt hat. Das bedeutet keinen Qualitätsverlust.


Kristallisierter Honig kann in einem Wasserbad bei 42 Grad C ohne Qualitätsverlust wieder verflüssigt werden. Verflüssigen ist auch in der Mikrowelle möglich, nur verliert der Honig dabei wichtige Inhaltstoffe.

Honig bitte trocken, vor Wärme geschützt und dunkel lagern.



Aktuelle Nachrichten aus aller Welt

Das Bienensterben, vom dem die Medien in der letzten Zeit berichteten, und über dessen Ursachen gerätselt wird, hat oft seine Ursachen in der mangelhaften und unzeitgemäßen Reduzierung der Varroamilbe durch den Bienenhalter. Mit dieser Plage muss die Imkerschaft weltweit seit ca 20 Jahren leben. Damals sprang dieser Parasit von der asiatischen auf die europäische Honigbiene über. Geschwächte Bienenvölker sind auch für Viruserkrankungen anfälliger. In Europa ist selbstverständlich der Einsatz von Medikamenten oder Chemikalien zur Vernichtung der Milbe strengstens verboten.

Hauptsächlich wird das Bienensterben in Europa und Übersee aber nachgewiesenermaßen durch die Anwendung von "intelligenten" Saatgutbeizmitteln, sogenannten Neonicotinoiden verursacht. Diese entwickeln ihre tödliche Wirkung gegen Schädlinge im Boden und nach dem Wachsen der Pflanze gegen Fraßschädlinge. Mit Gift in Berührung gekommene Schadinsekten, aber auch, Bienen, die Nektar und Pollen sammeln, sowie Hummeln oder Schmetterlinge  werden getötet oder zumindest stark geschädigt. Dass Gift auch im Ackerboden gespeichert wird , sowie ins Grundwasser gelangt, wird derzeit von den zuständigen Behörden hingenommen.

 

Warum gibt in Österreich immer weniger Bienen?

Wiederholt sprachen mich in den letzten Monaten Honigkunden darauf an, dass sie weder auf den Obstbäumen, noch auf den Blumenwiesen Honigbienen entdecken konnten. Es ist traurig aber wahr: die älteren Imker hören mit der Bienenhaltung auf. Dabei werden Imker im Durchschnitt älter, weil sie viel in der Natur sind und sich von den verschiedenen Bienenprodukten ernähren. Der Imkernachwuchs muss erst gefunden und begeistert werden. Zur Zeit können wir feststellen, dass sich schon junge Männer, aber auch Frauen, aber auch jene, die sich dem Pensionsalter nähern, Imkerkurse besuchen. Es gibt kein interessanteres Hobby als die Imkerei. Für Kinder sollte die Aufklärungsarbeit über Bienenhaltung aber schon in der Schule beginnen. Es ist es nicht schwer, Imker zu werden. Kontaktieren Sie im Internet die Imkerverbände der Bundesländer oder ggfs. mich, ich gebe Ihnen gerne Ratschläge.

Ich selbst halte im Mai und im September im Museumsdorf Niedersulz zu Scherpunkttagen, jederzeit aber auch für Schulklassen Vorträge über die "Wunderwelt der Bienen". Äußerst interessierte Erwachsene und Kinder wurden vom Bienenschaustock noch nie von einer Biene gestochen - so sanft sind unsere heimischen Bienen.

Siehe auch Link zu "Museumsdorf.at"

 HONIG AUS MEINER IMKEREI IST "REIF GEERNTET", GARANIERT FREI VON CHEMIE UND DAHER BEKÖMMLICH UND KÖSTLICH